VFB Stuttgart – SV Werder Bremen  2:1 (1:0)
1. Bundesliga, 2018/19, 6. Spieltag
Anpfiff: Sa. 29.09.2018, 15.30 Uhr
Stadion: Neckarstadion/Mercedes Benz Arena
Zuschauer: 58.569




Auf nach Stuttgart. Die Terminierung bot sich sehr gut an. Samstag, 15.30 Uhr. Und zufällig ebenfalls Beginn des zweitgrößten Volksfestes Deutschlands hier in Stuttgart. Die „Cannstatter Wasen“ (im 200. Jubiläumsjahr), das Pendant zum Münchner Oktoberfest. Wie kann man denn bitte noch mehr volksfestliche traditionelle Bierliebhaberei und -verköstigung mit Fußball verbinden? Überhaupt nicht. 

Dementsprechend ging es bereits am Freitag in der Früh mit einer Autobesatzung auf die läppischen 780 km gen Süden. In Neumünster wurden wir komplettiert und dank bester freier Autobahnen, kam man pünktlich um 14.15 Uhr in Baden-Württembergs Landeshauptstadt an.

Das A&O-Hostel war bereits von lauter Trachtenträger in Beschlag genommen und klar war, dass hier so gut wie niemand (außer den armen Bediensteten) mehr nüchtern war. 

Und auch wir bereiteten uns kurz vor, bevor es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Richtung Bad Cannstatt ging. „Sonja Merz“ -Das Zelt mit Herz- hieß das Objekt der Begierde. Karten bzw. ein Bändle für jeden wurden im Vorfeld organisiert, Übergabe vorm Zelt und rein in die Bierzelthöllen.

Nicer Platz in Band- und Bühnennähe, Mittelschiff, alles richtig gemacht. Insgesamt 120 € Verzehrgutscheine zum Verbraten inklusive. Der 1-2-3-Gutelaune-Bär klopfte von innen an die Schädeldecke. Was hier abging muss man dann eigentlich keinem mehr erzählen, wer schon mal in solch einem Zelt zu Besuch war. Die Höckerkultur der Fettkamele Bremen wurde in allen Maßen zufriedengestellt.

MATCHDAY. Trotz des straffen Programms war man am nächsten Tag gut fit und ausgeschlafen. Was zu einem lustigen Vormittag einlud. Gegen 12 h ging es zum Stadion. Sonne, kurze Hose, Bratwurst, Bier, …, bestes Vorprogramm zum mit-der-Zunge-schnalzen. 

Bester Blick im Stadion, hervorragende Rettungsgasse zum Bierstand. 

Choreotechnisch verantaltete die Heimkurve des VFB heute ein Chaos-Intro mit dem Thema „Cannstatter Chaos Club seit 125 Jahren“.
Auf der Gästeseite gabs zu Beginn des Spiels nichts allzu Sonderliches, denn viele der Ultras kamen erst kurz nach Spielbeginn in den Block.
Spielerisch hatte sich der VFB hier heute was vorgenommen. Werder eigentlich auch, aber die positiven Vorzeichen schwanden als die Schwaben das 1-0 erzielten. Und ebenfalls die gelb-rote Karte, die Vejlkovic sich bereits nach gut zweidrittel der ersten Halbzeit abholte, konnte ein Anzeichen dafür sein, in welche Richtung es heute womöglich gehen könnte.

In Halbzeit zwei sah man kein Unterschied zwischen den Mannschaften. Auch wenn der SVW mit nur 10 Mann hier vertreten war. Werder erspielte sich gute Chance, zwei Mal prallte der Ball vom Aluminium zurück und leider nicht ins Tor. Das konnte Ron-Robert einfach nicht mit ansehen und bugsierte den Ball nach einem Einwurf seines Teamkollegen ins eigene Tor. Ein brillantes „Kacktor des Jahres“ und eines der dümmsten der Welt, dass den Grün-Weißen den Ausgleich brachte.

Dennoch. Auch die Stuttgarter spielten sich Chancen heraus, da die Bremer Hintermannschaft ganz gut offen war. Und so kam es, dass das 2-1 für die Hausherren fiel. Und so die Partie auch endete.

Nach dem Spiel ging es mit dem Taxi in eine kleine Sportsbar, um auch noch die letzte Partie des Abends zwischen Bayer 04 und dem BVB begutachten zu können. In dieser netten geselligen Eckkneipe „Mon Amie“ gab es obendrein noch ein Dart-Match zweier Mannschaften, was den Kessel noch mal anheizte und den Lokomotivführer ackern ließ.

Die letzten Versuche aus dem Hostel dann noch mal auf die Wasen zu kommen, scheiterten glücklicherweise.

So war man dann auch am Sonntag recht fit, um die Rückfahrt gen Schleswig-Holstein anzutreten.

Geschrieben von Dirk